Ein Gespräch mit Geschäftsführerin Edith Schwimmer über Vertrauen, Ehrlichkeit und das, was nach dem Notartermin bleibt.
Es gibt einen Moment, der über den eigentlichen Verkauf hinausgeht: der Anruf einige Monate nach dem Notartermin. Bei Citigrund hat dieser Anruf sogar einen Namen. Und genau dort, sagt Edith Schwimmer, zeigt sich, ob ein Verkauf wirklich gelungen ist.
Seit Januar 2023 führt sie das Münchner Familienunternehmen, das ihr Vater im Jahr 2000 übernommen hat. Wir haben mit ihr darüber gesprochen, warum Eigentümer und Käufer immer wieder zu Citigrund zurückkommen.
Frau Schwimmer, woran merken Sie, dass ein Verkauf für die Eigentümer wirklich gut gelaufen ist – jenseits vom Preis?
Wir merken es am Feedback. Nach jedem Abschluss machen wir sogenannte „Kuschel-Calls”, meistens ein paar Monate nach dem Notartermin. Da fragen wir einfach nach, ob alles gut gelaufen ist und wie zufrieden unsere Verkäufer und Käufer mit dem Verkaufsprozess waren.
Und dabei zeigt sich immer wieder: Es geht oft gar nicht in erster Linie um den erzielten Preis. Viel wichtiger ist vielen Eigentümern, dass sie sich gut begleitet gefühlt haben. Dass jemand erreichbar war, transparent kommuniziert hat und komplexe Themen verständlich erklärt wurden.
Daran erkennen wir am ehesten, dass ein Verkauf wirklich gelungen war. Viele Eigentümer und Käufer sagen uns im Nachhinein, dass sie überrascht waren, wie viel Zeit wir uns für sie genommen haben und wie gut sie sich während des gesamten Prozesses aufgehoben gefühlt haben.
„Es geht nicht immer um den Preis, sondern um die Betreuung.”
Genau diese Betreuung ist vermutlich auch der Grund, warum Kunden wiederkommen. Was bedeutet es, ein Unternehmen zu führen, das es seit über 40 Jahren gibt?
Wir entwickeln uns strategisch stetig weiter und gehen mit der Zeit. Gleichzeitig profitieren wir natürlich davon, dass es Citigrund seit über 40 Jahren gibt. Viele Kunden kennen uns noch aus früheren Jahren – und daraus ist über die Zeit ein starkes Netzwerk entstanden.
Es gibt Stammverkäufer und Stammkäufer, die immer wieder auf uns zukommen. Auch Bauträger unterschiedlicher Größe arbeiten mit uns zusammen, weil sie wissen: Auf Citigrund ist Verlass.
Dieses Fundament ist in unserer Branche enorm wichtig. Bei all dem bleibt für uns aber immer der Mensch im Mittelpunkt – mit seiner Geschichte, seiner Situation und seiner Persönlichkeit.
Dabei haben Sie das Unternehmen zu einem denkbar schwierigen Zeitpunkt übernommen – im Januar 2023. Wie haben Sie die Verantwortung erlebt, plötzlich für so viele Mitarbeiter da zu sein?
2023 war für die Branche nach vielen verwöhnten Jahren eine kritische Zeit.
Ehrlich gesagt: Man macht sich vorher natürlich Gedanken und weiß, dass man Verantwortung für die Mitarbeiter übernimmt. Diese Verantwortung dann wirklich zu tragen, ist aber noch einmal etwas ganz anderes.
Wie sind Sie durch diese Phase gekommen?
Wir haben es trotz der Marktlage geschafft, das gesamte Team zu erhalten. Mit einigen Kosteneinsparungen im Hintergrund sind wir sehr gut durch diese Phase gekommen. Auch wenn die Marktsituation schwierig war hat der Zusammenhalt und die Motivation im gesamten Team dazu beigetragen, dass wir sehr optimistisch in die Zukunft gesehen haben. Und wir wurden durch schnelle/ständige Umsatzsteigerung belohnt.
Was hat Ihnen dabei geholfen – gibt es etwas, das Sie von Ihrem Vater mitgenommen haben?

Mein Vater hat stets visionäre Ideen und steht allen Herausforderungen stets positiv gegenüber. Er hilft jedem einzelnen Mitarbeiter mit professionellem Rat und zeigt Ihnen Lösungen auf immer noch erfolgreicher zu werden. Weiterentwicklung ist eine Konstante in unserer Firmenphilosophie. Diese Philosophie habe ich von meinem Vater übernommen und mit meinem eigenen Stil und wissenschaftlichen Background weiterentwickelt.
Nicht nur das Team, auch der Markt hat sich in den letzten Jahren stark gewandelt. Wie hat das die Arbeit verändert?

Unser Team ist eine wichtige Konstante in der Firma, Dominik Müller, Gabriele Roth und Sara Harms sind seit 20 Jahren bei uns. Und auch der Rest ist seit mehreren Jahren bei uns.
Ich bin Anfang 2023 eingestiegen – also nicht gerade in der Hochphase der Immobilienbranche, sondern eher an einem Tiefpunkt. 2021 hat man sich noch nach oben verhandelt, und auf einmal hieß es, man kann Preise drücken, es gibt einen Preisverfall.
Ich habe damals vor allem erlebt, wie stark sich Makler anpassen mussten: in der Arbeitsweise, in der Kommunikation und im Umgang mit Verkäufern und Käufern. Auf einmal brauchte es deutlich mehr Austausch, mehr Begleitung, mehr Ruhe und Geduld.
Früher hat man eine Immobilie auf den Markt geworfen, hatte zig Anfragen und sie war schnell verkauft. Das ist heute einfach nicht mehr so.
Haben Sie schon einmal jemandem vom Verkauf abgeraten?
Nicht grundsätzlich. Wir können schließlich nicht in die Zukunft schauen und nie mit absoluter Sicherheit sagen, ob sich der Markt besser oder schlechter entwickelt. Wenn jemand ernsthaft über einen Verkauf nachdenkt, sprechen meist gute Gründe dafür.
Was wir aber immer tun: Wir sind ehrlich. Manchmal passt die Realität des Marktes nicht zur Preisvorstellung des Eigentümers. Dann sagen wir das auch offen, statt einfach zu versprechen: „Ja, zu diesem Preis verkaufen wir auf jeden Fall.“
Diese Ehrlichkeit ist uns wichtig. Auch wenn sie im ersten Moment nicht immer bequem ist.
Und wenn ein Verkäufer partout nicht vom Preis abrücken will?
Das kommt vor – gerade in München gibt es viele Eigentümer, die nicht verkaufen müssen. Manche sagen dann: „Das ist mein Preis, und wenn es länger dauert, habe ich Geduld.“ Diese Geduld bringen wir mit.
Gleichzeitig spiegeln wir den Markt immer wieder ehrlich zurück. Wenn zu einem bestimmten Preis keine Anfragen kommen, sagen wir das klar.
Wir hatten Objekte über drei Jahre im Bestand. Da versucht man neue Strategien, ein neues Erscheinungsbild – aber irgendwann hat man alles probiert, und dann braucht es einfach die Prise Glück, den richtigen Käufer zu finden, der sagt: „Das ist meine Immobilie.“
Bei all diesen Schwankungen – was versteht jemand über den Münchner Markt, wenn er seit 40 Jahren hier besteht?
Dass der Markt sich hier immer weiter dreht und stetig etwas passiert. Es hat sich viel verändert, aber München ist so begehrt, dass hier eigentlich immer was los ist. Klar, mal stagniert die Nachfrage oder spezialisiert sich auf bestimmte Wohnarten – aber vom Markt her sind wir verwöhnt: Ein bisschen was geht immer in München!
Zum Schluss: Was soll von Citigrund bleiben, wenn sich der Markt erneut komplett verändert?
Der Markt hat sich schon mehrfach stark verändert – zuletzt vor einigen Jahren, aber auch schon 2008. Was dabei immer geblieben ist, sind unser Team und unsere Haltung.
Also die Art, wie wir mit Menschen umgehen: mit Verkäufern, mit Käufern, aber auch untereinander. Genau das macht Citigrund aus. Und ich glaube, das ist auch der Grund, warum es uns seit über 40 Jahren gibt.
„Egal, was sich am Markt verändert hat – geblieben ist das Team und unsere Philosophie.”
Sie überlegen, Ihre Immobilie in München zu verkaufen, oder möchten den Markt einschätzen lassen? Hier geht’s zu unserer Immobilienbewertung
